Original ungarischer Kesselgulasch: Rezept wie in der Puszta

Willkommen, liebe Freunde der herzhaften Küche! Heute entführe ich Sie auf eine kulinarische Reise direkt in die ungarische Puszta. Dort, wo Hirten und Bauern seit Jahrhunderten über dem offenen Feuer ihre nahrhaften Mahlzeiten zubereiten, entsteht ein Gericht, das die Seele wärmt und den Gaumen verwöhnt: der original ungarischer Kesselgulasch. Dieses Gericht ist mehr als nur eine Suppe oder ein Eintopf – es ist ein Festmahl, ein Erlebnis, tief verwurzelt in der ungarischen Tradition. Vergessen Sie alles, was Sie über Gulasch zu wissen glauben, und lassen Sie uns gemeinsam die Geheimnisse dieses authentischen Geschmacks entdecken.

Ein echtes Kesselgulasch, im Ungarischen oft als “bogrács gulyás” bekannt, zeichnet sich durch die langsame Garzeit und die unvergleichliche Tiefe der Aromen aus, die durch das Kochen im Freien über dem Feuer entstehen. Auch ohne Lagerfeuer können Sie diesen unverwechselbaren Geschmack zu Hause nachempfinden. Es geht um Geduld, qualitativ hochwertige Zutaten und natürlich das richtige ungarische Paprikapulver.

Warum Sie dieses original ungarischer Kesselgulasch Rezept lieben werden:

  • Authentischer Geschmack: Dieses Rezept kommt dem traditionellen Geschmack Ungarns sehr nahe, oft nach Pörkölt-Art zubereitet und dann mit Flüssigkeit angereichert.
  • Herzhaft und nahrhaft: Perfekt für kalte Tage oder als stärkende Mahlzeit für die ganze Familie.
  • Einfach nachzukochen: Obwohl es Geduld erfordert, sind die Schritte unkompliziert und anfängerfreundlich.
  • Anpassbar: Obwohl traditionell, lassen sich Gemüsezugaben leicht variieren.
  • Familiäre Gemütlichkeit: Ein Kesselgulasch ist immer ein Gericht, das man gerne teilt und das Menschen zusammenbringt.

Ungarischer Kesselgulasch im Bogrács über offenem Feuer

Zutaten für original ungarischer Kesselgulasch (für ca. 6-8 Personen):

  • 1 kg Rindfleisch (aus der Wade, Schulter oder Nacken), pariert und in ca. 3×3 cm große Würfel geschnitten
  • 3-4 große Zwiebeln, fein gewürfelt
  • 3-4 EL ungarisches Edelsüß-Paprikapulver (Qualität ist entscheidend!)
  • 1-2 EL ungarisches Rosen-Paprikapulver (scharf, nach Geschmack)
  • 1 grüne Spitzpaprika (oder milde Gemüsepaprika), entkernt und in Streifen geschnitten
  • 1 rote Spitzpaprika (oder milde Gemüsepaprika), entkernt und in Streifen geschnitten
  • 1 große Tomate, gehäutet und gewürfelt ODER 200g passierte Tomaten
  • 2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1-2 Lorbeerblätter
  • 1 TL gemahlener Kümmel
  • ½ TL Majoran, getrocknet
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • ca. 2 Liter Rinderbrühe (oder Wasser)
  • 3-4 große Kartoffeln, geschält und in ca. 2 cm große Würfel geschnitten
  • 2-3 Karotten, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 2-3 EL Sonnenblumenöl oder Rapsöl
  • Optional: Eine Prise Cayennepfeffer für mehr Schärfe
  • Für die Csipetke (hausgemachte Nockerl): 1 Ei, ca. 100g Mehl, eine Prise Salz

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihren Kesselgulasch:

  1. Vorbereitung: Das Rindfleisch waschen, trocken tupfen und in mundgerechte Würfel schneiden. Zwiebeln, Paprika und Knoblauch vorbereiten wie oben angegeben. Bei der Csipetke die Zutaten zu einem festen Teig verkneten und beiseite stellen.
  2. Zwiebeln anschwitzen: In einem großen, schweren Topf (idealerweise ein Gusseisen-Bräter oder Gulaschkessel) das Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die gewürfelten Zwiebeln darin unter ständigem Rühren langsam goldbraun und weich dünsten. Dies kann bis zu 15-20 Minuten dauern und ist entscheidend für den Geschmack. Die Zwiebeln sollen karamellisieren, nicht verbrennen.
  3. Fleisch anbraten: Den Topf kurz vom Herd nehmen, das Paprikapulver (Edelsüß und Rosen) und den Kümmel hinzufügen und schnell unterrühren. Das Paprika darf nicht verbrennen, sonst wird es bitter! Sofort das Rindfleisch dazugeben und alles gut vermischen. Das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten, bis es Farbe angenommen hat.
  4. Ablöschen und köcheln lassen: Knoblauch, Tomatenwürfel (oder passierte Tomaten), Lorbeerblätter und Majoran hinzufügen. Mit einem kleinen Schuss Brühe ablöschen und den Bratensatz vom Boden lösen. Dann so viel Brühe angießen, dass das Fleisch gerade bedeckt ist. Salzen und pfeffern.
  5. Langes Schmoren: Den Deckel auflegen und den Gulasch bei niedriger Hitze langsam köcheln lassen. Planen Sie hierfür mindestens 2-3 Stunden ein, besser sogar 3-4 Stunden, bis das Fleisch butterzart ist. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf Brühe nachgießen, sodass das Fleisch stets bedeckt bleibt.
  6. Gemüse hinzufügen: Nach etwa 2 Stunden Garzeit die gewürfelten Kartoffeln, Karotten und die Paprikastreifen hinzufügen. Weitere Flüssigkeit nachgießen, falls nötig, sodass der Gulasch die gewünschte Konsistenz erhält (eher suppig für Kesselgulasch, nicht so dick wie ein Pörkölt).
  7. Csipetke zubereiten: Während der Gulasch weiterköchelt, den Csipetke-Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen (ca. 2-3 mm dick). Mit den Fingern kleine, unregelmäßige Nockerl abzupfen und direkt in den siedenden Gulasch geben. Sie sind gar, wenn sie an die Oberfläche steigen. Dies dauert nur wenige Minuten. Alternativ kann man die Nockerl auch in Salzwasser kochen und dann zum Gulasch geben.
  8. Abschmecken und Servieren: Den Gulasch abschmecken und gegebenenfalls nachsalzen oder mehr Paprikapulver hinzufügen. Er sollte eine schöne rötliche Farbe und einen intensiven Geschmack haben. Einige ungarische Gourmets schwören darauf, dass ein original ungarischer Kesselgulasch am besten am nächsten Tag schmeckt, wenn die Aromen Zeit hatten, sich voll zu entfalten.

Nahaufnahme eines fertigen Kesselgulaschs mit Csipetke in einer Schale

Expertentipps & Variationen für Ihr original ungarischer Kesselgulasch:

  • Die Zwiebeln sind der Schlüssel: Nehmen Sie sich wirklich Zeit für die Zwiebeln. Sie bilden das Rückgrat des Geschmacks.
  • Paprika-Qualität: Investieren Sie in hochwertiges ungarisches Paprikapulver. Der Unterschied ist enorm. Es gibt auch rosenscharfes (“csípős”) Pulver für Liebhaber.
  • Schärfe: Wer es schärfer mag, kann eine kleine getrocknete Chilischote oder etwas frische Peperoni (ohne Kerne) mitkochen.
  • Fleischauswahl: Rinderwade ist ideal, da sie viel Bindegewebe enthält, das beim langen Schmoren zu Gelatine wird und für die Bindung und Cremigkeit des Gulaschs sorgt.
  • “Ein guter Gulasch braucht Zeit und Seele. Er ist die Melodie Ungarns in einem Topf.” – Unbekannter ungarischer Koch

  • Gulasch vs. Pörkölt: Der wesentliche Unterschied zwischen einem Pörkölt und dem Kesselgulasch (Gulyás) liegt in der Flüssigkeitsmenge. Pörkölt ist ein dickerer Eintopf mit wenig Sauce, während Gulyás suppiger ist und meistens auch Kartoffeln enthält. Unser Rezept bewegt sich hier auf der Gulyás-Seite.
  • Historischer Fakt: Ursprünglich wurde Gulasch von ungarischen Hirten, den “Gulyás”, zubereitet. Sie kochten es in einem großen Kessel, dem “bogrács”, über offenem Feuer in der Puszta. Es war eine nahrhafte und einfache Mahlzeit, die lange sättigte und Energie spendete. Die Zugabe von Kartoffeln ist eine spätere Entwicklung, da Kartoffeln erst im 18. Jahrhundert in Ungarn weit verbreitet waren.

Ich hoffe, Sie genießen dieses authentische original ungarischer Kesselgulasch Rezept so sehr, wie ich es tue. Es ist ein Gericht, das Erinnerungen weckt und neue schafft. Guten Appetit oder wie man in Ungarn sagt: Jó étvágyat!